Randlocher
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Warhammer Chaosbane und das Schachbrett der wenigen Felder

Am 31.05.2019 haben Eko Software und Bigben Interactive Warhammer Chaosbane veröffentlicht. Ein Spiel das wie Diablo 3 im Warhammer-Universum sein soll. Eine für mich grandiose Idee, einfach weil ich beides unfassbar gut finde. Leider ging das, wie zu erwarten, nach hinten los.

Das Ganze ist keine Review, sondern ein Fazit. Daher gehe ich nicht auf jedes Detail ein und nenne nur ein paar Punkte die mich wirklich gestört haben. Am Ende erzähle ich noch kurz für wen Warhammer Chaosbane etwas ist und warum ich doch noch glaube, dass sich das Spiel in eine gute Richtung bewegen könnte.

Der größte Kritikpunkt ist für mich die Spielwelt, bzw. die aneinander gereihten Felder, wie in einem Schachbrett. Wo das Schachbrett mit 64 Feldern glänzt, kann man bei Warhammer Chaosbane die Anzahl der Felder an einer Hand abzählen. Die einzelnen Abschnitte der aktuell gespielten Mission wiederholen sich ständig. Manchmal sogar drei Mal hintereinander. Also wirklich hintereinander das selbe Feld. Das wäre in Diablo so, als würde drei Mal hintereinander die Kathedrale von Tristram stehen. Das wirkt nicht nur sehr eintönig, ist auch sehr nervig.

Solche Spiele leben von einer Lootspirale und der Umgebung. Die Umgebung ist schon fast genauso wichtig, weil es sonst sehr schnell langweilig wird. Wer spielt schon gerne ein und das selbe Level mehrere Male hintereinander, nur um am Ende ein unbrauchbares Item zu erhalten? Niemand. Trifft aber leider auf Warhammer Chaosbane zu. Wo die Rüstungen in Diablo bei jedem Stufenaufstieg opulenter wirken, ähneln sich die Rüstungen in Warhammer Chaosbane so sehr, dass man sie zum Teil nicht unterscheiden kann.

Das sind allerdings nicht die einzigen Probleme. Meiner Meinung nach gibt es auch große Probleme mit den Übersetzungen, den Sprechern der Charaktere und die langweiligen Fähigkeiten, bei denen pro Klasse vielleicht 4 sinnvoll sind.

Bei den Übersetzungen kam es bei mir oft vor, dass vor allem bei Erklärungen bzw. Infofenstern die Texte auf fransözisch übersetzt waren. Das ist für mich ziemlich schwierig, weil ich maximal Englisch auf der Schule hatte.

Den ersten Charakter den ich gespielt habe, war die Waldelfin die auf Fernkampfangriffe spezialisiert ist. Im Grunde eine Bogenschützin, die Bäume beschwören kann – die einem dann im Kampf beistehen. An sich eine gute Sache, vor allem weil sie in den meisten Spielen funktioniert. Der Charakter macht viel Spaß, bis er dann den Mund öffnet. Sobald beispielsweise die Enerige aufgebraucht ist, fängt der Charakter an zu sprechen. In dem Fall hört es sich so an, als würde der Waldelfin gerade der Hintern versohlt. Das ist beim ersten Mal ziemlich witzig, allerdings bei jeder weiteren Wiederholung (die jedes Mal! auftritt, wenn die Energie niedrig ist) sehr nervig. Ich habe nach 2-3 Missionen den Charakter gewechselt, weil es mich einfach sehr genervt hat.

Zu den Fähigkeiten kann ich nur sagen, dass sie erstens fast alle schlecht animiert sind (fühlt sich dadurch auch nicht so wuchtig an) – trotz der schicken Partikeleffekte. Zweitens sind die meisten Fähigkeiten sinnlos, weil sie zu schwach oder es einfach bessere Kombinationen mit anderen Fähigkeiten gibt. Kombinationen gibt es eigentlich keine, weil man häufig nicht einmal weiß, welche Werte einige Fähigkeiten haben. Dort steht dann einfach nur, dass der Schaden durch Blutung erhöht wird. Mehr nicht.

Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich von Warhammer Chaosbane enttäuscht bin. Die Bewertungen auf Steam (auf die man eigentlich verzichten kann) stimmen hier aber meist und eine wirkliche Empfehlung kann ich auch nicht aussprechen, außer man möchte vielleicht 9 Stunden Zeit investieren, nur um an Ende herauszufinden, dass man eigentlich keine Lust mehr darauf hat – vor allem weil sich alles nach 5 Minuten wiederholt.

Weil ich es oben vergessen habe: Es gibt mehrere Akte und jeder Akt hat maximal 3 verschiedene Karten bzw. Schachbretter und diese Schachbretter haben maximal 8 verschiedene Felder. Zumindest nimmt man das schnell wahr. Ob es jetzt 2 oder 4 Felder mehr oder weniger sind, weiß ich jetzt nicht mehr genau, aber man spürt es schon in den ersten Missionen. Da steckt nicht viel Arbeit hinter. Leider.

PS: Mit dem RivaTuner lässt sich die FPS begrenzen, falls der PC zu heiß läuft. Das Spiel bietet leider nur 2 „grafische“ Einstellmöglichkeiten: V-Sync und Auflösung. Die Auswahl zwischen Vollbild oder Fenstermodus zähle ich hier mal nicht mit. Mehr lässt sich aber nicht wirklich einstellen. Auch sehr Schade und relativ ungewöhnlich, aber vielleicht das Richtige für experimentierfreudige Gamer.